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Man nennt mich
Axel Trapp - und weil ich meine Medizin aus
Wurzeln selber mache, nennen mich die Leute auch den
„Wurzeltrapp“. Ich stamme aus der Mittelgebirgsregion
Deutschlands. Meine Wurzeln liegen in der Ebene, wo im Westen
der Fluss Main in den Rhein mündet. Das Licht der Welt erblickte
ich vor über 40 Wintern im Nordteil der vom Main durchzogenen
Stadt Frankfurt.
Schützend umgeben Mittelgebirge die
Rhein–Main Ebene und sorgen für ein gemäßigtes Klima. Im Osten
der Spessart, im Südosten der Odenwald, im Südwesten der
Hunsrück, im Westen der Taunus und im Nordosten der Vogelsberg,
ein erloschener Vulkan. Klirrend kalte Winter, sengende Hitze
und Trockenheit oder lang anhaltende Regenperioden sind eher die
Ausnahme. Feuchtes Wetter und Gewitter kündigt sich mit
Westwinden und dunklen schweren Wolken an, die sich über dem
Taunus auftürmen. Hitze dagegen kommt mit den Südwinden, Kälte
mit einem Hoch aus Osten und der Nordwind bring uns kühles,
trockenes Wetter.
Nach 33 Sommern nördlich des Mains
und 7 Sommern südlich des Mains lebe ich nun im Main–Kinzig
Becken. Einen kurzen Habichtflug entfernt mündet südöstlich die
Kinzig in den Main.
Die Erde ist ein fruchtbarer
Schwemmlandboden, der erst durch die Meere und dann durch die
Flüsse aufgebaut wurde. Vor 67 Millionen Jahren verband hier ein
Meeresarm das Nordmeer mit dem Südmeer. Aus dieser Zeit stammen
viele abgelagerte Kalkbänke. Zur Zeit der 7 Eiszeiten vor 1,5
Millionen Jahren war meine Heimat eine eisfreie Steppe. Heftige
Stürme bildeten in den Ebenen Flugsanddünen und lagerten
Verwitterungsprodukte als Löß an den Hügelkämmen und in der
nördlich gelegenen Wetterau ab. So entstanden die fruchtbaren
Böden, die schon meine Vorfahren, die Kelten sehr zu schätzen
wussten.
Die Kelten wie auch die Germanen
und Römer haben ihre Spuren hinterlassen. So finden sich
Überreste von Siedlungen und Befestigungen, von Hügelgräbern,
Kultstätten und Steinbrüchen und von Gegenständen des täglichen
Lebens. Alte Handelsstraßen wie die Hohe Straße, die von
Frankfurt nach Leipzig führt, lassen uns erahnen welche Wege
meine Ahnen vor langer Zeit gingen und welche Kultur sie hatte.
Ich lebe in einem Haus, das 1770
erbaut wurde. Es hat schon vielen Familien ein gutes Heim
gegeben. Im Hof vor dem Haus steht ein Apfelbaum, in dem sich
gerne Amsel Alfred, Meisen und Hausrotschwänze aufhalten.
Wenige Schritte nordwestlich wohnen
im Turm der kleinen, alten Kirche die Turmfalken. Nachts schnarchen die Schleiereulen und
ab und zu fliegt eine lautlos über meinen Kopf, wenn ich nachts mit Hündin Aika eine letzte
Runde drehe. Ein paar Fußminuten nördlich am Alten Friedhof
vorbei beginnen die Felder. Sie umgeben unser Dorf und ziehen
sich leicht bergauf bis zum Horizont. Dort hinter einer Hecke,
die mich vor Blicken und den Nord-Winden schützt, liegt mein
Lieblingsplatz. Wenn ich hier unter der kleinen Kirsche sitze,
kann ich morgens die Sonne im Dunst über dem Spessart aufgehen
sehen. Abends geht sie dann am „Hühnerberg“
hinter den Lohen unter. In der Ebene im Süden liegt ein
verträumter Wald, der auch einen kleinen Auwaldanteil hat.
Buchen, Eichen, Hainbuchen und Fichten bilden die Mischwälder
der Umgebung.
In den Wäldern und auf den Feldern
finden sich Spuren von Dachs, Fuchs, Reh, Wildschwein, Wiesel,
Hase und Kaninchen. Manchmal kann man sie auch tagsüber dort
beobachten. Im Winter ziehen Rehe auf Nahrungssuche über die
Felder. In den Büschen an den Feldrändern singen Sperlinge,
Meisen und Amseln. Über den Feldern kreisen Mäusebussarde,
rütteln Turmfalken und Feldlerchen stehen singend in der Luft.
Laut flatternd fliegen Fasanen und Rebhühner auf, wenn man ihnen
zu nah gekommen ist. In den Gipfeln der Waldränder jagt mit
tollkühnen Manövern der Habicht. Und wenn du mal einen
Buntspecht hörst oder siehst, dann kann es gut sein, dass auch
ich nicht weit weg bin! Zu ihm habe ich eine ganz besondere
Verbindung - oft folgt er mir auf Schritt und Tritt…
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